Der letzte große Tour im vertrauten T3 Blue Star Wohnmobil auf die
Iberische Halbinsel
Eine Story von Jürgen Eltschka

Unser treuer Freund ein Blue Star Wohnmobil Bj. 9/90
Es sollte die letzte Reise meines Bullis mit mir und meiner Lebensgefährtin sein.
Als Urlaubsort hatten wir uns für die Iberische Halbinsel also Portugal und Spanien entschieden. Der Trip fand vom 27.August bis zum 14September 2005 statt.
In dieser Zeit wurden 7.000Km zurückgelegt und ich genoss jeden einzelnen Kilometer der da an uns vorrüberzog.
Beginnen wir also am Samstag den 27.August, der Bulli ist gepackt und gegen 11Uhr düsen wir los Richtung Französische Grenze. Nach einigen Stunden erreichten wir diese und weiter ging es auf Französischem Boden noch bis tief in den Abend. Was uns hier schon unangenehm auffiel waren die sehr hohen bis 1,22€ teuren Dieselkraftstoffe. Nun gut da mussten wir durch zumal der Sprit sehr weite Streuungen hatte. Der Tag war recht schön und die Temperaturen waren angenehm warm. Auf einer Parkfläche an einem Einkaufscenter nächtigten wir und wollten am nächste Tag tanken da der Diesel hier nur 1,08€ kostete, leider wurden wir am nächsten Tag, ein Sonntag, eines besseren belehrt da die Tanke nur mit Eigenen Karten ging die wir aber nicht zur Verfügung hatten. Also mussten wir in den sauren Apfel beißen und an einer Markentankstelle weiter hinten den teuren Saft unserem Bulli kaufen.
Nun gut da wir ja Portugal als erstes Hauptziel unserer Reise vor Augen hatten, mussten wir fahren was das Zeug hielt, mein 1,9TD Motor schnurrte und so langsam aber sicher kamen wir nach Bordeaux,

Mitten in Frankreich ----------- Auf der Autobahn bei Bordeaux
Ab hier war es dann nicht mehr soweit an die Spanische Grenze die wir am Abend erreichten. Da wir uns wieder mal Duschen wollten und auch Erholung von der langen bis dahin 1.500Km langen Anfahrt nötig hatten suchten und fanden wir einen Campingplatz in der Nähe von San Sebastian.
Am nächsten Tag fuhren wir in diese Stadt und schauten uns den Sandstrand und die Promenade dieser Stadt an.

Der Strand von San Sebastian in Nordspanien an der Atlantikküste
Ein Sandkünstler am Strand von San Sebastian - Staunende Passanten mal anders fotografiert
Gebannt verfolgten nicht nur wir, einen Sandkünstler der aus dem Strandsand ein Gebilde formt das ein Krokodil werden sollte.
Dann ging es wieder on The Road. Unser Ziel war ja Portugal und bis dorthin waren es doch noch einige KM die wir zurücklegen mussten.
Wieder wurde es sehr spät als wir auf einem Tankstellen Rastplatz einen Nachtplatz fanden. Bis jetzt hatten wir knapp 2.200 Km hinter uns und vor uns die Aussicht am nächsten Tag bei Tageslicht die Grenze nach Portugal zu erreichen.
Ein weiteres mal tankte ich noch in Spanien denn in Portugal war der Saft wieder teurer, so sagten es mir meine Informationen, was sich auch als richtig herausstellte. Vor drei Jahren kostete der Diesel in Spanien noch um die 65 Cent, die Preise sind also auch hier in Spanien kräftig gestiegen.

Übernachtungsstellplatz an einer Tankstelle kurz vor der Portugiesischen Grenze
Als Grenzübergang hatte ich mir überlegt Miranda do Douro im Norden von Portugal anzufahren. Die Straße führte zunächst sehr gut ausgebaut Richtung Süden und dann durch eine Sonnenüberflutete Granitfelsenlandschaft Westwärts Richtung Miranda.
Die Kilometer schrumpften und die Gegend wurde immer schöner. Vorbei an mehreren Stauseen wurde die Straße auch immer kleiner und schmäler was uns aber in keiner Weise störte.

Einer von mehreren Stauseen in einer Grandiosen Granitsteinlandschaft
Dann inmitten des Landes stehen wir mit unserem treuen Gefährt am Staudamm des Rio Douro der auch gleichzeitig die Grenze nach Portugal bildet.
Nach dem obligatorischen Photo des Dammes, ging es über die Staumauer nach Portugal hinein und geradewegs in das Städtchen Mirinda da Douro das gleich wenige hundert Meter weiter ist.

Staudamm und Grenze hier wird der Rio Douro aufgestaut
Gasse in Miranda do Douro – Heiße Temperaturen

Detailfotos der Altstadt
Kathedrale von Miranda Abkühlung bei heißen Temperaturen
Wir spazierten auf der gepflasterten Hauptstraße durch diese Stadt und nehmen die ersten Eindrücke von Portugal in uns auf.
Die Temperaturen sind hoch und wir freuen uns darüber endlich auch Wärme genießen zu können nachdem wir zuhause nicht gerade davon verwöhnt wurden.
Nachdem wir den Ort Miranda angeschaut haben geht’s weiter zum ersten Übernachtungsstellplatz in Portugal.
Diesen fanden wir an einem kleinen Bachlauf, dem Rio Tuelo.
Auf vielen Serpentinen geht’s durch die Höhen und Tiefen des Portugiesischen Innlandes bis wir in gefunden haben.
Wir lassen uns jetzt schon deutlich mehr Zeit und genießen die Umgebung mit dem plätschern des Wassers. Am Abend bereiten wir uns ein ausgiebiges Essen zu und beobachten die Einheimischen, die Baden gehen und sich vom Tag erholen.

Erste Übernachtungsstellplatz in Portugal am Rio Tuelo

Impressionen des Rio Tuelo
Der nächste Morgen begann mit einem langen Frühstück. Danach ging es in gemächlicher Fahrt weiter zum Atlantik, der noch etwa 225 Km Kilometer entfernt war.
Wieder einmal ging es auf und ab, durch Serpentinen, auf teils engen Straßen und durch viele Ansiedlungen. Hier wird viel Landwirtschaft betrieben.
Auch finden sich hier Weinreben, die den guten Portwein hier gedeihen lassen.
Portweinanbau und Landwirtschaft prägen das Bild im Norden Portugals
Hier im Landesinneren erreichen die Temperaturen bis zu 40°C und wir schwitzen in unserem Fahrzeug, sind schließlich froh als wir dann die langersehnte Küste erreichen.
Hier erstaunt uns dann einigermaßen die Tatsache das es nur 25°C Wärme hat
der Atlantik recht kühl ist und ein recht steifer Wind weht.

Endlich Sandstrand und Sonnenbaden Sonnenuntergang über dem Atlantik in Portugal
Wir waren jetzt seit nunmehr 6 Tagen unterwegs und wollten als nächstes Porto anschauen.
Auf einem günstig gelegenen Stadt Campingplatz checkten wir ein und machten uns noch am gleichen Tag auf diese Stadt zu besichtigen.
Der Linienbus bringt uns in die Stadt und wir bummeln durch die Altstadt Portos bevor wir auf den Rio Douro treffen. Dort am Ufer essen wir zu Mittag und lassen uns die warme Sonne aufs Gesicht scheinen.
Häuser Fronten in Porto Der Rio Douro

Blick auf das Altstadtviertel über den Douro Ein Straßencafee
Ein halber Tag Porto das ist zwar nicht sehr viel aber uns zog es weiter in die nächste, nämlich in die Hauptstadt des Landes nach Lissabon. Wir fuhren also am nächsten Tag weiter und nahmen die knapp 400 Km unter die Räder.
Im Großstadtgewühl Lissabons landeten wir dann gegen Abend.
Hier hatten wir nicht das Glück einen Stadtcampingplatz zu finden, so fuhren wir immer in der großen Blechlawine mit die uns dann schließlich über den Rio Tejo, der hier in den Atlantik mündet, auf die Südseite Lissabons beförderte.
Als es schon ziemlich dunkel war entdeckten wir ein Campingplatz Schild, dem wir folgten und endlich gegen 21Uhr auf dem Platz ankamen.

Campingplatz Orbitur bei Lissabon

Die Hauptstadt Portugals von oben

Die Menschen nutzen die alten Straßenbahnen

Unterwegs in der Straßenbahnfahrt ein „Muß“ in Lissabon

Am nächsten Tag ging es dann per Bus zum Hafen der uns über den Rio Tejo hinüberbeförderte nach Lisboa der Hauptstadt des Landes. Wir stapften zu Fuß in den Dschungel von Häusern und Gassen und stehen dann inmitten eines Häusermeeres auf einer Aussichtsplattform die wir vorher mit einem Aufzug bewältigt hatten. Der Blick schweift über diese Stadt über Strassen Gassen Dächer und zum Rio Tejo hinunter der im Sonnenlicht glitzert.
Wieder auf dem Erdboden suchten wir uns eine Straßenbahnlinie aus die hier verkehren und von den Menschen Electricos genannt werden.
Der Fahrer dieser Schienenrösser hat noch echte Arbeit mit einem Fahrhebel zu bewältigen. Für uns Touristen ist es allerdings ein bequemes Beförderungsmittel um wenigstens einen Teil der Stadt kennen zu lernen. Am Ende dieser Fahrt steigen wir aus und sagen uns das war jetzt klasse.
Am Großen Platz Rossio trifft sich alles ob Portugiesen Afrikaner oder Touristen aus aller Welt
In einem Cafee bei einem kühlen Getränk, sind wir umringt von vielen Afrikanern, die ihre Stände aufgebaut haben, Uhren, Schmuck und allerlei andere Dinge verkaufen oder einfach nur dasitzen und miteinander reden und diskutieren.
Als der Tag langsam zu Ende geht haben wir viel erlebt in der Hauptstadt des Landes und freuen uns auf unseren Bulli.
Nach einem Tag Ruhe musste unser Bus am nächsten Tag wieder ran denn wir fuhren weiter mit dem Ziel Südportugal. Diesmal wollten wir immer an der Küste entlang fahren.
Immer wieder zweigten wir mal kurz ab um kleinere Orte zu besuchen. Wir suchten auch einige Häfen oder Strände auf die in unserer Karte eingezeichnet sind. An einem langgezogenen Strand hinter Sines fanden wir schließlich einen guten Schlafplatz für die Nacht und endlich konnte ich hier mal baden gehen, obwohl ich mir das Wasser etwas wärmer gewünscht hätte.

Sandstrand an der Atlantikküste in der Nähe von Sines
Wir waren bis hierher seit 9 Tagen unterwegs und mein Bulli hatte seit Beginn der Reise 3.237Km mehr auf dem Tacho. Wir kamen langsam dem Südlichsten Teil der Portugiesischen Westküste näher und die Landschaft wurde immer schöner und eindrucksvoller.


Den eindrucksvollsten Strand in meinen Augen fanden wir am Praia do Amado.
Hier hatten sich viele Surfer und Wohnmobilfahrer, darunter auch einige Bullis eingefunden.
Am Abend als die Sonne unterging färbte sich diese Landschaft in ein Phantastisches Licht und ich konnte eindrucksvolle Lichtstimmungen einfangen.

Parkplatz oberhalb des Strandes

Der lange Surfer Strand

Lichtstimmung am Praia da Amado
Eigentlich war ja geplant den ganzen nächsten Tag hier zu verbringen, aber da sich die Sonne hinter Wolken versteckte und nur spärliche Temperaturen gepaart mit starkem Wind vorhanden waren entschlossen wir uns weiterzufahren und uns an der Algarve in den Rummel zu werfen.
Vorher besuchten wir noch das Capo Sao Vincente der als der Westlichste Punkt Portugals und damit auch Europas gehandelt wird.
Leider ist hier sehr starker Tourismus und wir machten uns auf und davon nachdem ich einige Bilder der Leuchtturmstation gemacht habe.

Der Südwestlichste Punkt des Europäischen und Portugiesischen Festlandes das Cabo Vincente
Das Wetter indessen war nicht so überwältigend und in Lagos einem schönen Städtchen an der Algarve, da fing es sogar an zu Regnen. Die Algarve enttäuschte uns dann durch den sehr starken Massentourismus und wir entschlossen uns Portugal zu verlassen und Quer durchs das Spanische Landesinnere über Sevilla nach Andalusien zu fahren.
Nach über 4.129 gefahrenen Kilometern und 13 Tagen Urlaub checkten wir schließlich auf dem Campingplatz in Torre del Mar ein und verbrachten zwei geruhsame Tage.
Eines allerdings konnten wir vergessen nämlich zu baden da das Wasser durch den starken Wind der den Atlantik kräuselte auch hier sehr kühl war.
Selbst die Spanier konnten sich nur vereinzelt überwinden in die Fluten zu stürzen.
Auf unserer Weiterreise Richtung Norden sollte der Wind dann noch sehr viel stärker werden und wir erfuhren das sich über Spanien ein starker Sturm gebildet hatte.

Starker Wellengang in Andalusien
Eigentlich wollte ich noch in einer schönen Bucht, die ich bei meinem letzten Spanien Urlaub aufgesucht hatte, etwas schnorcheln gehen, aber wie das Leben so spielt erstens die Zufahrt gesperrt zweitens starker Wind und drittens Wasser zu kalt.
Nun ja Pech gehabt also nächstes Ziel kurzfristig auswählen und nach Benidorm hinein in den Massentourismus.
Der Campingplatz Villasol der zwar recht teuer aber auch sehr gut ausgestattet ist war dann für zwei Tage und Nächte unsere Heimat.
Der Strand von Benidorm am Abend Blick auf die Wolkenkratzer

Der Tag geht zu Ende die Stadt erwacht Nachts am Strand
Es ging also jetzt definitiv wieder Richtung Heimat und je höher wir kommen um so wärmer wird das Wasser, als am Abend in Tarragona ein sehr starkes Gewitter über uns hereinbricht glauben wir nicht so sehr fest daran das es am nächsten Tag schön werden sollte. Aber so war es und wir konnten uns noch über einen ausgedehnten Strandspaziergang im schönen warmen Wasser freuen zum Baden hatten wir jetzt leider keine Zeit mehr da noch immer 1.500 Km vor uns lagen, die wir in den beiden letzten Tagen auch erledigten.
Der Urlaub war also jetzt vorbei und gleichzeitig endete eine Ära, nämlich die das mein treuer Freund, seit elf Jahren mit mir zusammen, jetzt auf einen neuen Besitzer wartet.
Mein neuer T5 muss es erst noch beweisen was er drauf hat aber das steht auf einem anderen Blatt und sollte auch hier nicht größer erwähnt werden.
Jürgen Eltschka mit Lebensgefährtin und Bulli
Geschrieben von Bullidesperado im Oktober 2005
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