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Am Freitag den 23. Juni 2006 ging’s los. Um 7 Uhr Richtung Süden. In Basel entschieden wir uns über den San Bernadino zu fahren, da bis dato absolut kein Touristenverkehr zu verzeichnen war. Gotthard noch gesperrt, Alternative über den großen Sankt Bernhard wären noch einmal 60km Umweg und ca. 30 Euro Maut zusätzlich.
In Zürich jedoch war der Verkehr schon sehr lebhaft. Keine Touristen, aber man merkte ganz schnell, dass die meisten Alpenüberquerer diesen Weg einschlugen.
Ca. eine Stunde haben wir durch Zürich gebraucht. Dann ging es weiter Richtung San Bernadino. Durch das Rheintal hindurch konnten wir linker Hand die Skihütte Scalottas ausmachen. Diese haben wir von Lenzerheide aus schon öfters besucht.
Den Pass selbst sind wir schon einmal im Winter gefahren. Allerdings nicht die Hauptstrasse sondern den viel schöneren Nebenweg.
Es was sehr voll. Der Verkehr schlängelte sich nur langsam. Aber es ging immerhin vorwärts. In Chiasso haben wir dann in einem Einkaufcenter eine italienische Handykarte gekauft und mit 50 Euro gefüttert. So haben wir die Gewissheit, dass uns niemand geschäftlich erreichen kann. Ätsch! Außerdem ist das Telefonieren so günstiger. Von zu Hause kann man uns für 14 Cent die Minute aus erreichen. Für uns kostenlos!
Bis Mailand war dann soweit alles ok. Dort allerdings sind wir brutal in Staus geraten. Nach einer Stunde Stop und Go ging es Weiter Richtung Parma. Gegen 20:00 Uhr sind wir dann von der Autobahn in ein Naturschutzgebiet abgebogen.
Ca. 70km ging es über Serpentinen bis fast auf 1000m Meereshöhe. Bei Berceto haben wir dann einen netten Übernachtungsplatz gefunden. Trotz der 1000m Meereshöhe war es nachts sehr heiss.
Am Morgen dann weiterfahrt nach Piombino. Die Fähre geht erst um 22:00 Uhr. Wir sind aber schon um 11:00 Uhr dort.
Im Hafen machen wir uns schlau wie das ganze Spektakel abgeht. Nachdem wir wissen wie es geht, fahren wir ca. 10km zurück in Richtung Strand.
Dort hat man hervorragend DVB-T Empfang. Alle RAI Programme sind zu gucken. Gegen 17 Uhr spielt ja Deutschland.
Als es dann 17 Uhr wird, muss ich feststellen, das RAI keine Rechte hat die Spiele unverschlüsselt auf DVB-T auszustrahlen.
Alles können wir gucken. Rugby, Springreiten, Beachvolleyball, Golf und Turmspringen. Ich könnte ganz Italien in die Luft sprengen. Kein Fussball!
Mein Satreceiver benötigt 220V. Den brauch ich also erst gar nicht aufzubauen.
Wir essen noch etwas frische Ravioli mit Schinkenfüllung mit Olivenöl, Pecorino und Oregano abgeschmeckt. Dann wieder Richtung Hafen.
Dort angekommen stehen sehr viele Leute um ein Wohnmobil mit SAT Empfang. Die letzten 10 Minuten des Spiels kann ich so verfolgen. Dass es 2:0 stand wussten wir schon. Der Videotext von RAI war nicht verschlüsselt!
Am Hafen bin ich dann in das Büro der Reederei um mein Ticket abzuholen. Ich habe ja nur eine Email zur Bestätigung der Reservierung erhalten. Mehr nicht! Man braucht aber auch nicht mehr. Mit dem Wisch, den man sich selber zu Hause ausdrucken muss, geht’s auf Schiff!
Das Schiff sieht ganz anders aus, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir stellen uns in Reih und Glied auf. Zum Glück steht die Schlange im Schatten des Schiffs. Einige verrückte Deutsche feiern wie wild den Sieg über Schweden. Peinlich… Es stehen ca. 200 Wohnmobile in der Schlange. Davon nur etwa 10 Deutsche. Nach kurzer Wartezeit geht’s auch schon aufs Schiff.
Unter „Camping on Board“ haben wir uns etwas anderes vorgestellt. Ich dachte man steht unter freiem Himmel. Aber nein…. Die Pkws stehen schön auf dem Oberdeck. Alle Camper im Zwischendeck, damit wir ja nicht frieren. (Es sind 36C°!!!). Das Zwischendeck hat jedoch große Öffnungen, damit der Wind etwas durchgehen kann. Wenn man über 1,60cm ist, kann man auch aus den Öffnungen gucken. Das Deck wird wohl nach jeder Fahrt mit Meerwasser abgespritzt. Dementsprechend riecht es dort wie in einem Fischerhafen.
Es wird zum verrecken nicht kühler. Die heissen Motoren von den vielen Wohnmobilen tun ihr übriges dazu, dass die 36C° auch ja nicht abkühlen.
Wir verlassen das Deck und gehen zur Hafenausfahrt auf ein Oberdeck.
Das Schiff selbst ist ziemlich neu. Sehr modern und komfortabel. Sogar Duschen gibt es hier. Davon haben wir jedoch nur bedingt gebrauch gemacht, da bereits nach einer Stunde die Sanitären Anlagen total verdreckt sind. Sandy konnte nicht mehr duschen gehen. Bei mir ging’s noch so gerade!
Draußen ist es nun schon dunkel und das Schiff ist erstaunlicher Weise sehr schnell Unterwegs. Von Elba sehen wir nur ein paar Lämpchen. Das Camperdeck hat sich auf 32° abgekühlt. Anscheinend haben wir auch noch Pech mit unserem Standplatz. Alles vibriert und es ist Laut! Wir stehen genau neben dem Motor! Auf dem Schiff wird auf einer Großbildleinwand auch das Fußballspiel Argentinien:Mexiko übertragen.
An schlafen war eigentlich überhaupt nicht zu denken. Mit einem California sollte man den PKW Tarif mit einer Tagespassage wählen. Gegen 1 Uhr hat es jedoch weiter abgekühlt. Nur noch 27° und wir versuchen zu schlafen. Vorher gehen wir noch Gassi mit Perro! Er tut sich schwer mit Pipimachen. Aber vorne am Bug ist ein Stück unüberdacht. Ausserdem haben dort schon andere Hunde gepinkelt. Endlich lässt er laufen…
Wir schlafen dann etwa drei Stunden mehr oder weniger gut. Um 4:50 Uhr läuft ein Matrose an den Fenster klopfend zwischen den Campern hin und her, damit alle wach werden. Wir waren schon um 4:00 Uhr auf und haben von weitem schon den Leuchtturm von Olbia ausmachen können. Es sind immer noch 27C° auf dem Aussenthermometer im Camperdisplay!
In Olbia angekommen geht dann alles sehr schnell. Vom Schiff herunter und gleich ein nettes Plätzchen zum Hundegassigehen ausgesucht. Es ist 5:45 Uhr und die Sonne geht auf! Wir haben glücklicher Weise nur noch 23°C.
Sandra hat noch in Köln einen ersten Termin mit zwei Kolleginnen ausgemacht. Es sind ca. 100km zu fahren. Das Navigationsgerät ist schon gefüttert und über eine Autobahnähnliche Schnellstrasse geht es Richtung Cala Gonone.
Die letzen 10km fahren wir über eine sehr schmale Strasse. Hinunter von 500m Meereshöhe bis ans Meer. Zwischendurch versperren uns Ziegen den Weg. Perro bellt uns den Weg frei. Er ist ganz aufgeregt wegen den vielen Ziegen.
In Cala Gonone stehen wir dann gegen 7 Uhr im Hafen. Das sieht alles sehr touristisch hier aus.
Die zwei Schlafen aber noch. Wir frühstücken derweil am Hafen und klingeln dann um dann gegen 8:30 Uhr die beiden aus den Federn. Es gibt aber nur ein kurzes Schwätzchen, da wir beide ziemlich am Ende sind. Die Campingplätze in Cala Gonone sind nicht gerade das was wir uns unter einem schönen Platz vorgestellt haben. Darum fahren wir weiter.
Wir haben einen tollen Reiseführer dabei. Alle wichtigen Plätze sind mit GPS Daten hinterlegt. Leider in einem dezimalen Zahlenangabe. Dort steht also Nord 39,70275 Ost 9,66638. Diese Zahl kann ich aber so nicht in unser Navi eingeben. Das Navi will Grad Minuten mit zwei Kommastellen. Also habe ich schnell auf dem PDA eine Formel geschrieben, die das umrechnet. Die oben genannte Koordinate ergibt somit Nord 39°42,17" Ost 9° 39,98“.
Wir sind dann weiter bis Lotzorai. Dort gab’s einen eigentlich schönen Platz. Camping Icsrixeda. Direkt neben Camping Le Cernie. Le Cernie kann man komplett vergessen. Zwar im ADAC Führer lobend erwähnt aber irgendwie spiessig dieser Platz. Man wollte uns auch nur in einer der letzten Ecken aufnehmen, obwohl oben direkt am Strand noch genügend Platz war.
Auf Camping Icsrixeda wurden die Deutschen aber auch extra quartiert. Kein Meeresblick und auch keine Ausfahrt vom Campingplatz ohne einen Mitarbeiter vorher zu fragen, ob er eine von 20 Ausfahrtsschranken aufschließen konnte. Angeblich will man so vermeiden, das zu viele Autos auf dem Platz hin und herfahren. Zelter und Wohnwagenfahrer müssen ihre Fahrzeuge draussen sep. Abstellen.
Die sanitären Anlagen sind furchtbar. Aber zum Duschen geht’s gerade so! Da wir total k.o. sind bleiben wir für trotzdem für eine Nacht hier.
Der Strand ist nicht aufsehen erregend. Sand rechts und Sand links! Das Wasser ist jedoch sehr sauber! Vier Deutsche stehen auf dem Platz. Der Rest ist voll in italienischer Hand.
Die Kinder haben Party bis Nachts um 2 Uhr! Da wir aber sehr müde sind hören wir die nur kurz. Dafür mache ich um 6 Uhr die erste Runde mit Perro und verbiete ihm auch nicht zu bellen. ÄTSCH!
Am nächsten morgen geht’s dann weiter. Nach nur 15km finden wir bei Arbatax den Campingplatz Sos Flores. Hier ist es schon viel angenehmer. Sehr ruhig und die Plätze sind frei zu wählen. Wir stellen und zwischen Meer und den Sanitären anlagen hin.
Den Vormittag verbringen wir am schönen Strand. 
Nachmittags stellen wir beim Duschen fest, dass nur ein Wasserhahn in den Duschkabinen vorhanden ist. Es gibt Warmwasserduschen, die von Solaranlagen gespeist werden und Kaltwasserduschen.
Die Warmwasserduschen haben ca. 60C°!!! Keine Möglichkeit kaltes Wasser beizumischen. Verrückt!
Abends gehen wir lecker Essen. Es gibt ein Menu für 15 Euro mit allem drum und dran. Wir wussten nicht genau was wir bestellen aber wir haben damit sehr viel Glück gehabt. Vier Gänge vom Feinsten. Viel Fisch und Knoblauch. Lecker!
Am morgen danach geht auch schon wieder los. Wir fahren nur ca. 5km bis zu einem herrlichen Sandstrand, bei dem auch ein Camperstellplatz ist. Camping Marina. Der Platz ist jedoch ohne jegliche Schattenmöglichkeit und wirkt wie ein großer Parkplatz. Die sanitären Anlagen waren jedoch sehr gepflegt.
Wir geniessen also nur den schönen Strand und fahren gegen Nachmittag weiter zu Camping L´Ultima Spiaggia. Typischer ADAC genannter Platz! Sehr groß und noch total leer! Sanitäre ungepflegt! Sandstrand ok aber nichts fürs Auge!
Also weiter… Camping Coccorrocci bei Marina di Gairo. Sehr schöner Platz. Top Sanitäranlagen. Der Strand jedoch nur aus grobem Kies! Viel Schatten gibt’s es hier auch nicht. Zudem haben wir auch kein Trinkwasser mehr. Auf diesem Platz schmeckt das Trinkwasser extrem nach Chlor!
Also machen wir uns noch auf den Weg zu einer Wasserquelle. Wir füllen den Wassertank Randvoll und kommen dann zu einem sehr schönen Campingplatz am Capo Sferracavallo. Wir freuen uns, dass wir nicht auf einem der anderen Plätze geblieben sind. Hier steht man auf kleinen Terrassen direkt am Meer.
Prächtiger Ausblick auf die roten Felsen des Kaps. Es sind ca. 400m zu Fuß bis zu einer Sandbucht. Am Platz direkt gibt es aber auch einen direkten Zugang zum Meer. Ideal zum Schnorcheln. Ich war heute Morgen fast zwei Stunden nur Schnorcheln. Viele bunte und sehr zutrauliche Fische und tolle Felsformationen im Wasser. Die Felsen sind allesamt aus rotem Granit. Das Wasser ist so ruhig, dass man sogar direkt am Kap noch ganz dicht an den Fels heran schwimmen kann. Hinter dem Kap geht das Meer so tief herunter, dass man selbst bei diesem kristallklaren Wasser nicht mehr bis auf den Boden herunter gucken kann. Etwas unheimlich, aber sehr schön.
Wir sind noch einen Tag auf dem wunderschön gelegenen Platz in Sfercavallo geblieben. Am Abend haben wir nach einer ausgiebigen Geburtstagsfeier (Perro) :-) erst spät in die Heia gefunden. Auf der Rückfahrt haben wir noch einmal an der Quelle halt gemacht und den Tank gespült und randvoll gemacht. Die Italiener kommen hier auch mit Pkws und Kanistern vorbei um Wasser zu bunkern.
Weiterfahrt die SS 125 in Richtung Süden. Die geplante Route führt weiterhin von Villaputzu ins Landesinnere. Entlang des Rio Flumendosa. Ein der wenigen Flüsse, die noch zu dieser Jahreszeit Wasser führen. Entlang des Flusses türmen sich große wilde Felder von weißem und rot-rosa blühendem Oleander. Nicht nur kleine Büsche sondern richtig große Bäume. Auch die ersten Korkbäume bekommen wir hier zu Gesicht. Ca. 40 km Flussaufwärts gibt es laut Reiseführer einen Picknickplatz an einer Stelle des Flusses, wo dieser natürlich gestaut ist. Ohne die exakte GPS Angabe im Reiseführer wäre dieser Platz wohl nicht aufzufinden gewesen.
Wir frühstücken ausgiebig am Fluss bzw. Seeufer. Wir stehen mit dem Auto direkt am Wasser. Das Flusswasser ist sauber genug um einen Sprung hinein zwischen die vielen Goldfische zu wagen. Irgendein Witzbold muss hier wohl irgendwann mal sein Aquarium leer gemacht haben. Die Fischlein fühlen sich hier aber sauwohl und gedeihen prächtig. Selbst Perro gefällt es sehr gut. Endlich mal eine Badegelegenheit bei der man schwimmen mit trinken verbinden kann.
Am Mittag sind wir dann wieder zurück in Villaputzu. Hier haben wir in einem sardischen Markt eingekauft und getankt. Wie gut, dass wir unseren Frischwassertank abgeschlossen hatte. Wenn der offen gewesen wäre, hätten wir jetzt Diesel im Wassertank.
Der Diesel kostet hier um die 1,20 Euro.
Von Villaputzu aus sind wir dann auf den Campingplatz gefahren auf dem Sandy schon vor 25 Jahren einmal war. Porto Corallo! Der Platz an und für sich ist gar nicht übel. Die Sanitäranlagen sind zweckmäßig, jedoch sehr alt. Sandy meint, dass selbst die grünen Türen und Wasserhähne noch von vor 25 Jahren sind. Auch die Froschduschen auf dem Platz sind noch die gleichen.
Der Strand ist leider vollkommen verschwunden. Er musste einem großen Touristikhafen Platz machen.
Auch der Platzesel Casimiro hat wohl das zeitliche gesegnet und ist nicht mehr in seinem angestammten Gehege. Der Platz musste einem Swimmingpool weichen.
Es ist wieder einmal sehr heiss an diesem Tage. Wir beschließen trotz des schönen Pools weiter zu fahren, da uns doch der Strand fehlt.
Nächster Platz im Reiseführer ist der hochgelobte „4 Mori“. 4 Mori bedeuten wohl die vier Sardenköpfe, die hier auf jeder Fahne und auf jedem Sardischen Produkt abgebildet sind. An der Rezeption bemerken wir sofort, dass hier die Hölle los ist. Bevor man auf den Platz geht, muss man an einem Villagio de Animationi vorbei gehen. Große Bühne für den abendlichen Tanz. Da wir aber leider leider die Tanzschuhe zu Hause vergessen haben Beschließen wir uns einen anderen Platz zu suchen. Von TomB haben wir den Platz „Torre Salinas“ empfohlen bekommen. Der Platz ist wirklich schnuckelig. Schlicht und Einfach aber sehr sauber. Von einem deutschen Ehepaar geführt. Einziges Manko. Der Platz ist ca. 500m vom ansonsten schönen Strand entfernt. Der Weg an den Strand führt über eine Asphaltstrasse und ist bei der brütenden Hitze für unseren alten kleinen Perro zu weit.
Das Wasser ist auch hier sauber. Man geht ins wasser und taucht sofort bis an die Hüfte ins Meer hinein. Man kann eigentlich vom Strand aus einen Kopfsprung machen. Nach 20m kommt jedoch eine Sandbank. Die Sandbank scheint unendlich breit zu sein. Nach ca. 200m habe ich es aufgegeben. Das Wasser war dort nur Knietief.
Da der Platz aber ansonsten sehr schön ist und wir auch nette Leute kennen gelernt haben, beschließen wir noch hier zu bleiben. Ausserdem ist die Pizzeria auch auf diesem Platz gewillt die Pizza auch zum mitnehmen zu verkaufen. Mit Hund dürfen wir nämlich in fast kein sardisches Ristorante oder Pizzeria.
Überhaupt ist es mit einem Hund in Sardinien nicht einfach. Manche schütteln den Kopf, wenn wir mit Perro an den Strand gehen. Nur an Campingplatz eigenen Stränden ist es problemlos, sofern dieser auch Hunde erlaubt.
Am Abend finden sich zwei Ehepärchen bei uns zum Fussball gucken ein. HURRA! Wir sind im Halbfinale! Aber ohhh Schreck… Gegen Italien…
Am Samstag früh entschließen wir uns zur Weiterfahrt. Sandy meinte schon, dass das bestimmt in die Hose geht, weil Wochenende. Recht sollte sie haben. Wir fahren entlang der wunderschönen Costa Rei den ein oder anderen Platz an. Die Plätze sind jedoch entweder sehr voll oder spießig. Den so oft im Sardinienforum gelobten Platz „Capo Ferrato“ schmückt am Eingang bereits ein Schild mit der Aufschrift „ Campingplatz VOLL“
Auf dem Platz „Le Dune“ gibt es fast nur Dauerstellplätze und einige schattenlose Wüstenplätze hinter der Düne. Genervt lassen wir die Besichtigung des Platzes „Villagio Porto Pirastu“ aus. Wir fahren weiter Richtung „Costa Sud“. Die Serpentinenstrasse entlang der Costa Rei ist ein Traum. Die Küste hat karibischen Charakter. An einer ganz besonders schönen Stelle entschließen wir uns zu einem Abstecher von der Küstenstrasse über einen Feldweg hinab in eine Traumbucht. Die bucht hat eine Zufahrt über eine ca. 2km lange Schotterpiste. Von oben erkenne ich dass auf der linken Seite einige Autos parken. Ca. 500m weiter rechts steht nur ein einziger Jeep. Da müssen wir hin. Die Schotterpiste teilt sich nun in zwei Wege auf. Wir also nach rechts, dort wo kein anderer außer der Jeep lang gefahren ist. Unser Cali beweißt hier wirklich seine stärke. Die Bodenfreiheit, die fast an einem Touareg herankommt, bietet viel Sicherheit. Trotzdem erweist sich der Weg als schwierig, da noch ein Engpass zwischen zwei Büschen bevorsteht. Drehen ist hier unmöglich. Hier müssen wir durch. Leider ist bei dieser Gelegenheit die Beifahrerseite ein wenig verkratz worden. Aber keine tiefen Kratzer. Ich hoffe das zu Hause mit der Poliermaschine wieder hinzubekommen. (Nachtrag: Kratzer gingen Problemlos heraus)
Trotz der Kratzer geniessen wir diesen Traumstrand. Das Wasser ist spiegelglatt und schimmert im einmal smaragdgrün und mal tiefblau. Die Wassertemperatur ist jenseits der 27C° Wärme!
Nach einer guten Stunde treten wir die Rückfahrt an. Bewaffnet mit meinem Knipex Seitenschneider widmen wir uns zuerst den Büschen. Auf die Idee wären wir besser vorher gekommen. Ohne weitere Kratzer schaffen wir es leicht wieder zurück zur Hautstrasse. Wir fahren weiter die Costa Rei herunter bis Villasimius. Auf dem Weg dorthin sehen wir mindestens noch 10 solch wunderschöne Buchten. Allesamt aber nur sehr schwer zugänglich.
Ab Villasimius heisst die Küste dann „Costa Sud“. Auch hier geht es so weiter, wie es an der Costa Rei aufgehört hat. Man merkt nur an dem zunehmenden Autoverkehr, dass die Großstadt Cagliari nicht weit ist. An Cagliari fahren wir ganz schnell vorbei. Weiter in Richtung Teulada.
Am Nachmittag fahren wir einen weiteren Traumstrand an. Der Strand heisst „Torre Chia“. Ein wie mit dem Zirkel gezogener feinsandiger Strand zeigt sich hier zwischen traumhaften Felsformationen. Ein leichter ablandiger wind lässt auch hier keine Wellen aufkommen. Ein Paradies für Bootsfahrer und Schwimmer!
Auf dem Parkplatz angekommen steht leider jedoch wieder ein Hundeverbotsschild am Strand. Die Provinz Teulada lässt gar keine Hunde am Strand zu!
Ich gehe also alleine Schwimmen. Sandy und Perro bleiben am Cali. Der Sand ist glühend heiss. Das Wasser ist jedoch um einige Grade kälter wie noch zuvor an der Costa Rei.
Hinter dem Traumstrand befindet sich im Pinienwald ein schattenreicher Campingplatz. Leider Hundeverbot.
Da es langsam Abend wird beschließen wir einen einfachen Wohnmobilstellplatz anzufahren um dort nur zu übernachten. Es gibt hier jedoch auch Strom. Somit können wir wenigstens mit breit grinsendem Gesicht das Ende des Elfmeterschiessen England : Portugal und das Ausscheiden von Brasilien verfolgen.
Am folgenden morgen rollen wir bereits um 8:00 Uhr von dem Stellplatz aus los. Trotz aller aktuellen negativen Meinungen über die kleine vor gelagerte Insel S´Antioco. Michael (37Grad) hatte aber noch kurz vor unserem Urlaub geraten dort auf jeden Fall einmal vorbei zu schauen. Über einen Damm gelangt man trockenen Fußes und ohne Fähre auf diese Insel. Die Fahrt dahin ist schon ein Genuss fürs Auge. Links und rechts viele Salzseen auf denen sich hunderte Flamingos tümmeln. Der Campingplatz auf der Insel ist auch zauberhaft. Relativ leer und direkt in einer kleinen Bucht mit Minisandstrand. Wieder einmal ein Paradies zum Schnorcheln.
Das einzige Manko am Platz ist die mäßige Ausstattung. Ein leerer Minimarkt, ein geschlossenes Ristorante! Rein Gar nichts! Auch Trinkwasser gibt es nicht. Da wir nur noch 5 Liter Wasser haben, müssen wir am nächsten Tag schweren Herzens weiterfahren. In S´Antioco decken wir uns noch mit Lebensmitteln und Trinkwasser ein. Wir wollen Wasser aus 2l Flaschen über die Reinigungsöffnung des Frischwassertanks einfüllen, da wir einen Trichter vergessen haben. Der blöde Deckel geht schon wieder nicht auf!
Nun geht es wieder in Richtung Norden. Entlang der Costa Verde fahren wir Richtung Oristano. Zwischendurch halten wir an einem schönen Sandstrand. Für ca. zwei Stunden gehen wir baden.
Im Reiseführer sind die bis zu 60m hohen Dünen an der Costa Verde genannt. Leider steht dort auch, dass die Anfahrt sehr schwierig ist. Es geht über 8km eine sehr schlechte Schotterpiste entlang bis zu den Dünen. Das Aussenthermometer zeigt 40C° an. Das Wasser hinter den Dünen haben wir nie gesehen. 60m sind echt zu hoch für uns! Aber schön anzusehen war es!
Der Golf von Oristano ist nicht sehr schön! Sand rechts und Sand links! Wasser dreckig! Wir sind schon viel weiter gefahren, als wir geplant hatten. Der nächste Campingplatz ist zudem geschlossen.
Aber das schöne an Sardinien ist ja, dass über die neue Schnellstrasse die Insel sehr gut zu befahren ist. Kurz entschlossen treten wir um 17 Uhr die Anreise zur Costa Rei an.
Der Campingplatz „Porto Pirastu“ ist ja von uns noch nicht besichtigt worden und ausserdem hoffen wir Wochentags über auf weniger Trubel.
Um 18:30 Uhr sind wir bereits an der Costa Rei. Es ist wie erhofft um einiges ruhiger. Der Platz ist zwar sehr groß, aber dennoch sehr schön angelegt.
Leider finden wir keinen Platz direkt am Strand. Es geht uns hier weniger um den Meerblick, sondern eigentlich nur um den „meer“ Wind!
Es sind im Wagen wieder einmal 35C°. Der Motor unseres Autos will ums verrecken nicht abkühlen. Er spendet uns immer wieder eine zusätzliche heisse Brise. Gegen 22 Uhr beginnt der bis dahin erstaunlich ruhige Platz zu leben. Die Disco eröffnet mit einem Sommerhit. Wir verstehen zwar leider kein italienisch, aber wir hören die Diskussionen der Bambinis mit ihren Eltern um die Uhrzeit der Rückkehr aus der Disco. Die 10 Jahre alten Töchter der gegenüber liegenden römischen Familie gehen sogar freiwillig abspülen :-). Die Eltern geniessen die Ruhe nachdem die Kinder abgezogen sind und ziehen ihr römisches Übergewandt an. Der Vater sieht jetzt aus wie Julius Cesar. Ihm fehlt nur noch der Lorbeerkranz. So ein Teil muss ich mir auch noch kaufen :-)
Heute morgen ist dann auch direkt ein Plätzchen direkt am Meer frei geworden. Wir stehen jetzt praktisch mit zwei Rädern am Strand.
Am morgen danach war selbst im Himmel Trauerstimmung. Erst ein paar Schleierwolken, dann dicke Schafe. Zum Abend hin zog sich der Himmel komplett zu. Geregnet hat es aber erst am frühen nächsten morgen gegen 5:00 Uhr. Aber nur ein paar Tropfen.
Obwohl es nicht ein einziges Mal richtig stürmisch war, war am nächsten morgen das ansonsten super ruhige Meer etwas aufgewühlt. Keine Wahnsinnswellen, aber immerhin so hoch, dass Seegras tonnenweise an den Strand gespült wurde. Perros Strandmuschel haben wir abends am Strand stehen gelassen (ist wohl so üblich in Italien, das man Sonnenschirm und sonstige Utensilien am Strand lässt). Der Schirm und die Sonnenmuschel standen schon in der Seegrasbrandung. Immerhin konnten wir diese retten.
Der Traumstrand der Costa Rei war dahin. Ins Wasser konnten wir an diesem Tage nicht gehen, obwohl der Himmel wieder blau und es nahezu windstill war.
Am nächsten Tag hatten sich die Wellen immer noch nicht so richtig beruhigt. Das Seegras türmte sich jetzt jedoch konzentriert an verschiedenen Stellen. Einige Strandabschnitte waren also wieder zum Baden und zum Wellenspiel geeignet.
Freitagabends wurde es auf einen Schlag ziemlich voll auf dem Platz. Die Disco immer lauter und die kreischenden Teenies immer rücksichtsloser (man ich werde alt).
Samstags morgens haben wir die Flucht ergriffen. Den ruhigen Platz am Capo Sfercavallo haben wir ins Auge gefasst. Also rein in den Cali und ca. 80km Richtung Norden. Zwischen durch noch Einkaufen in Muravera. Die Suche nach einer 2,8KG Flasche Camping GAZ war nicht schwierig. In einem Eisenwarenhandel lotste man uns weiter an einen Gasgrosshänlder. 15 Euro sind zwar happig, aber in Deutschland auch nicht günstiger.
Ein spätes Frühstück haben wir dann in Porto Corallo eingenommen. Im neuen Yachthafen liegen einige nette Boote. Ansonsten gibt der Strand hier nicht viel her.
Gegen Mittag waren wir dann auf dem Platz, den wir schon von der Hinreise her kannten. Hier war es erstaunlicher Weise noch genauso leer wie vor 10 Tagen. Eine Runde Schnorcheln und Schwimmen und den herrlichen Ausblick auf die Bucht genießen.
Abends haben wir gegrillt. Anscheinend haben wir nicht weit weg von einem Wespennest unser Lager aufgeschlagen. Die Biester kamen in schwärmen und vermiesten uns das lecker gegrillte Fleisch. Wir mussten bei 32C° im Cali essen.
Beim Fußballspiel (kleines Finale) haben sie uns aber dann in Ruhe gelassen.
Sonntag haben wir dann beschlossen noch etwas die Insel zu erkunden. Die SS125 von Arbatax bis Cala Gonone ist traumhaft. Bis auf 1000m Meereshöhe geht es durch einen Naturpark, bei dem wir auch Wildpferde gesehen haben.
Nördlich von Cala Gonone waren die Campingplätze auch recht voll. Mittags sind wir dann weiter in Richtung Costa Smeralda. Hier angekommen meint man ein ganz anderes Licht zu empfinden. Alles viel blauer und heller. Die Strände sind sehr schön aber auch hier wieder Menschen über Menschen. Westlich von Palau beruhigt sich das ganze dann wieder. Hier entdeckten wir einen netten Campingplatz in Vignola Mare „Marina delle Rose“. Von hier aus kann man Korsika noch sehen. Im oberen Teil ist der Platz komplett in einer Pineta (Pinienwald) als Terassenplatz angelegt. Im unteren Teil steht man schattenlos aber direkt am Meer. Direkt am Platz ist eine kleine Bucht mit Sandstrand eingerahmt von glatten Felsmassiven. Ca. 800m rechts vom Platz beginnt ein Traumstrand. Dieser ist jedoch sehr voll. Wir beschließen am platzeigenen Strand zu bleiben. Hier ist auch sehr schön.
Wir haben ja mittlerweile schon festgestellt, dass auf Sardinien die sanitären Einrichtungen nicht all zu toll sind. Aber so anspruchsvoll sind wir ja auch nicht.
Aber was hier geboten wird, ist der Hammer. Lammellentüren vor den Toiletten, nein besser gesagt Latrinen. Duschen aus dem alle 30 sec. Mal für 10 sec. warmes, nein dann sehr heißes Wasser gefolgt vom eiskalten Wasser herausträufelt. Aber egal – Wir haben dann nur kalt geduscht. Schließlich war es draussen 38C°.
Zwei Nächte waren wir auf dem ansonsten sehr schönen Platz. Falls hier mal einer hinfahren sollte: Pfeift auf die Meeresblick. Bleibt um himmelswillen in der Pineta. Ohne Schatten war es furchtbar heiss.
Nach zwei Nächten sind wir weiter auf einem Platz bei Castelsardo. Genau gesagt in Valledoria. Der Platz heißt „International Camping Valledoria“. Die Sanitären Einrichtungen sind um Welten besser wie am Platz zuvor. Der Sandstrand erinnert mich an Oliva in Spanien. Sand Rechts und links! Aber die vielen Mietschirme gibt es dort nicht.
Um einges schlauer geworden, stellen wir uns nun nicht mehr direkt an den Strand. Hier ist die Pineta zwar nicht ganz so dicht, aber trotzdem haben wir den späten Nachmittag ganz gut hier verlebt.
Nach zwei Übernachtungen fahren wir weiter Richtung Westen nach Valledoria. Unser letzter Aufentshaltsort Camping Valledoria International. Eigentlich ist der Platz ziemlich ruhig. Aber gegen 22:00 Uhr dreht die Disco voll auf und die Italiener sind völlig aus dem Häuschen. Um zehn vor zehn sitzen noch alle gemütlich beim Essen und lauschen gemütlich dem zirpsen der Grillen. Zehn Minuten später dann das krasse Gegenteil.
Gegen 24 Uhr ist dann aber schlagartig Ruhe. Richtig störend fande ich es nicht. Ca. 500m weiter ist ein deutsches Jugendferiencamp! Mir hats Spass gemacht, dass das Jugendcamp die Disco vom Platz übertrönt hat!
Am Donnerstagmorgen haben wir noch den Elefantenfelsen bei Castelsardo besichtigt. Dannach die Küstenstrasse an der Costa Smeralda vorbei bis nach Olbia. Die Costa Smeralda ist nichts zum Campen. Hier ist alles sehr auf Yachttourismus ausgelegt. Laute mit sehr viel Geld halt. Obwohl landschaftlich wunderschön, finden wir keinen richtig schönen Strand für den letzten Gang ins Meer.
In Golfo Aranci kann man wieder zu normalen Bedingungen ans Meer. Aber wir sind viel zu früh dran. Die Fähre geht erst um 22 Uhr. Wir fahren deshalb noch etwas südlich von Olbia um noch einmal den prächtigen Ausblick auf die Insel Tavolara zu geniessen. Mit einem Eis in der Hand warten wir hier die Zeit ab und fahren dann gegen 19 Uhr in den Hafen von Olbia!
Ciao Sardegna. Es war schön! Wir kommen wieder! Aber dann zwei bis drei Wochen früher in der Saison!
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